Ein früher Frühlingsmorgen in Keitum. Im Tau an den Gräsern glitzert das Licht, eine sanfte Brise vom nahen Wattenmeer weht Blütenblätter, weiß und in zartem Rosa, von den Bäumen. Üppig blühen die Osterglocken, sie sind beinahe überall – prangen auf dem Rasen vor dem Altfriesischen Haus, beziehen Stellung vor der Backsteinwand, strahlen im Gegenlicht vor der Villa Flora. Und sie stehen Spalier auf den Steinwällen Spalier, gern in Gesellschaft mit Rose und Forsythie.

Von spröder Schönheit ist der Ginster: Herb und stachelig bildet er einen kräftigen Kontrast zu den zarten Farben der Türen und Fensterrahmen und den luftig, leichten Blüten seiner Gartengesellschaft. Ein paar Straßen weiter prangen zarte rosafarbene Blüten vor dem Dunkel eines Reetdaches. Dann ein dichtes Kronendach voller weißer Blüten, durch das das Licht in einen Garten fällt wie ein Theaterspot. Und blinken dahinten nicht erste Magnolienblüten? Rosen vielerlei Art und Rhododendren in aller Üppigkeit kommen hinzu. Vor der prachtvollen Kulisse der Friesen- und Kapitänshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Beim ziellosen sich Verlieren in den stillen Gassen, beim Blick in die verschwiegenen Gärten.

Der sanfte Ostwind bringt den eigentümlichen Geruch des Wattenmeeres mit. Vermengt sich hier an der Schnittstelle zwischen Land und Meer mit den heiteren Farben, dem duftigen Garten und dem munteren Gesumme der Bienen. Groß und grau liegt das Watt bis zum Horizont. Und davor blühen die Forsythien – gelb vor blauem Himmel. Ein Fest für alle Sinne. 

Share: